Ab April: Für Solar keine Steuervergünstigung mehr!
China streicht ab 1. April 2026 die Mehrwertsteuer-Rückerstattung für Solarexporte – was bedeutet das?
Das pv magazine Deutschland und China Daily haben bereits über diese wichtige Änderung berichtet: Ab dem 1. April 2026 wird die chinesische Regierung eine zentrale Steuervergünstigung für Exporte von Photovoltaik-Solarprodukten vollständig abschaffen. Bisher konnten Hersteller in China bei der Ausfuhr von Solarzellen, Modulen und verwandten Komponenten einen Teil der im Inland gezahlten Mehrwertsteuer (VAT) zurückerhalten. Diese Export-Steuerrückerstattung senkte effektiv die internationalen Exportpreise und machte chinesische Solartechnik in den letzten Jahren besonders wettbewerbsfähig auf dem Weltmarkt.
Was ändert sich konkret?
PV-Produkte: Die Mehrwertsteuer-Export-Rückerstattung wird ab dem 1. April 2026 vollständig gestrichen.
Batterieprodukte: Für Energiespeicher-Batterien wird der Erstattungssatz zwischen dem 1. April und dem 31. Dezember 2026 von 9 % auf 6 % reduziert und ab dem 1. Januar 2027 komplett abgeschafft.
Diese Entscheidung wurde gemeinsam vom chinesischen Finanzministerium und der staatlichen Steuerverwaltung bekanntgegeben.
Warum macht China das?
Die Gründe für diesen Schritt sind vielfältig:
Anhaltender Preisverfall bei Exporten:
Chinesische Solarprodukte sind über Jahre im Preis gefallen – teilweise bis auf ein Niveau, das kaum noch die Produktionskosten deckt. Die Rückerstattung wurde von Exporteuren teilweise wie ein indirekter Preisnachlass genutzt.
Handelskonflikte & Wettbewerbsdruck:
Sehr niedrige Preise führten zu internationalen Spannungen, Anti-Dumping-Untersuchungen und Handelskonflikten, besonders in der EU. Durch den Wegfall der Steuervergünstigung will Peking den Druck mindern.
Preis- und Strukturstabilisierung:
Die chinesische Photovoltaik-Industrievereinigung argumentiert, dass dadurch eine stabilere Preissetzung am Weltmarkt und eine gesündere Wettbewerbsstruktur gefördert werden.
Welche Auswirkungen sind zu erwarten?
Steigende Exportpreise: Chinesische Hersteller müssen künftig auf einen Teil ihrer Kosten sitzen bleiben, was voraussichtlich zu höheren Modul- und Zellpreisen für internationale Abnehmer führt.
Marktverschiebungen: Einige Unternehmen könnten ihre Produktion verstärkt ins Ausland verlagern oder neue Vertriebsmodelle nutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Vorausgeschobene Exporte: Viele Firmen beschleunigen ihre Lieferungen im ersten Quartal 2026, um noch von der bestehenden Rückerstattung zu profitieren.
Was bedeutet das für Deutschland?
Für deutsche und europäische Unternehmen könnte diese Änderung vor allem eines bedeuten: mögliche Kostensteigerungen bei Modulen und PV-Komponenten aus China. Da ein Großteil der Solartechnik in Deutschland aus chinesischer Produktion stammt, könnten sich die Importpreise erhöhen, was wiederum Projektkalkulationen und Investitionsentscheidungen beeinflusst.
Was bedeutet das für unsere Kunden?
Kurzfristig kann es noch stabile Preise bei Lagerware geben, mittelfristig sind jedoch Preiserhöhungen bei Modulen, Wechselrichtern und weiterem PV-Zubehör möglich.
Eine frühzeitige Bestellung kann sich daher lohnen. Wir beobachten die Marktentwicklung sehr genau und geben Preisänderungen selbstverständlich fair und transparent weiter.
Bei Fragen stehen wir dir jederzeit gerne zur Verfügung!