Der perfekte Untergrund ist entscheidend
Ein hochwertiger Anstrich beginnt bereits vor dem Streichen. Kleine Risse, Unebenheiten oder unterschiedlich saugende Stellen können das spätere Ergebnis beeinträchtigen. Renoviervlies schafft eine gleichmäßige Oberfläche und kann kleinere Unregelmäßigkeiten sowie feine Haarrisse optisch kaschieren. Größere Risse, Löcher und starke Unebenheiten müssen jedoch vorher fachgerecht gespachtelt werden.
Wofür wird Renoviervlies verwendet?
Renoviervlies ist ein glattes, überstreichbares Wandvlies, das auf den vorbereiteten Untergrund geklebt und anschließend mit Wandfarbe gestaltet wird. Anders als eine klassische Tapete steht dabei nicht die dekorative Struktur oder ein Muster im Vordergrund, sondern eine glatte und gleichmäßige Oberfläche. Das Untergrundvlies eignet sich für die Überarbeitung von Wand- und Deckenflächen und kann als Grundlage für Anstriche und weitere Beschichtungen verwendet werden. Die vorpigmentierte Oberfläche sorgt für eine helle, gleichmäßige Basis und erleichtert die anschließende Gestaltung. Die optimierte Materialstruktur unterstützt zudem eine einfache und komfortable Verarbeitung.
Vorbereitung: So bereitest du die Wand vor
Damit das Renoviervlies sicher haftet und später eine gleichmäßige Oberfläche entsteht, sollte der Untergrund trocken, sauber, tragfähig und möglichst eben sein.
Vor dem Verkleben solltest du:
alte Tapeten und lose Beschichtungen vollständig entfernen
Risse und Löcher mit geeigneter Spachtelmasse ausbessern
größere Unebenheiten glätten
Staub und Verschmutzungen entfernen
stark saugende Untergründe entsprechend den Herstellerangaben vorbehandeln.
Für stark saugende Untergründe kann beispielsweise eine geeignete Tapeziergrundierung verwendet werden. Dadurch wird die Saugfähigkeit des Untergrunds reguliert und eine gleichmäßige Verklebung unterstützt. Je besser der Untergrund vorbereitet ist, desto einfacher lässt sich das Vlies verarbeiten und desto gleichmäßiger wird das spätere Ergebnis.
Renoviervlies verarbeiten – Schritt für Schritt
Die Verarbeitung ist mit der richtigen Vorbereitung unkompliziert. Beachte dabei immer die Verarbeitungshinweise des jeweiligen Herstellers.
1. Bahnen zuschneiden
Schneide die Vliesbahnen mit etwa 5 bis 10 cm Zugabe an Ober- und Unterkante zu. So bleibt ausreichend Material, um die Bahnen nach dem Anbringen exakt an Decke und Boden anzupassen.
2. Kleister auftragen
Bei der Wandklebetechnik wird der geeignete Kleister direkt gleichmäßig auf den vorbereiteten Untergrund aufgetragen. Anschließend wird die zugeschnittene Vliesbahn in das Kleisterbett eingelegt. Je nach Produkt kann auch eine andere Verarbeitung, beispielsweise mit einer Kleistermaschine, vorgesehen sein. Halte dich deshalb an die Angaben des Herstellers.
3. Vlies anbringen und andrücken
Lege die Bahn vorsichtig auf die Wand und streiche sie von oben nach unten sowie von der Mitte nach außen glatt. Eine Tapezierwalze oder ein geeigneter Tapezierspachtel hilft dabei, Luftblasen und Falten zu vermeiden. Die nächsten Bahnen werden auf Stoß angesetzt. Achte darauf, dass keine Überlappungen entstehen.
4. Kanten sauber abschneiden
Nach dem Anbringen können die überstehenden Bereiche an Decke und Boden sauber abgeschnitten werden. Dafür eignet sich beispielsweise ein scharfes Cuttermesser. Austretenden Kleister solltest du möglichst direkt mit einem sauberen, leicht feuchten Tuch oder Schwamm entfernen.
5. Trocknen lassen und streichen
Lass das Vlies vollständig trocknen, bevor du mit dem Anstrich beginnst. Anschließend kann die Oberfläche je nach Produkt und vorgesehener Anwendung mit einer geeigneten Wandfarbe, beispielsweise einer Dispersionsfarbe, gestaltet werden. Die gute Farbaufnahme des Renoviervlieses unterstützt eine gleichmäßige Beschichtung. Wie viele Anstriche erforderlich sind, hängt unter anderem von der verwendeten Farbe, dem Farbton und dem Untergrund ab.